9. November: Erinnern – Gedenken – Mahnen

9. November: Erinnern – Gedenken – Mahnen

In der Nacht vom 9ten auf den 10ten November wurden vor 81 Jahren in Deutschland Synagogen geschändet und angezündet, Jüdinnen und Juden tätlich angegriffen sowie jüdische Einrichtungen zerstört. Ihre Wohnungen und Läden wurden geplündert.

Um der Opfer zu gedenken und auch gegenwärtigen rassistischen und menschen-verachtenden Strömungen etwas entgegenzusetzen organisiert in diesem Jahr das Stadtarchiv Dannenberg zusammen mit dem Bündnis gegen Rechts Wendland Altmark einen Lichtergang.

Dazu bringen bitte alle Teilnehmenden Teelichter, Windlichter oder Lampions mit. Der Rundgang wird zu ehemaligen Orten jüdischen Lebens führen und Plätze besuchen, die an jüdisches Leben in Dannenberg erinnern.

Mit Zitaten von damals und heute werden Bezüge gesetzt und es wird einmal mehr deutlich wie wichtig es ist Flagge zu zeigen gegen rechte Gedanken.

»Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde! Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!« (Berthold Brecht)

Treffpunkt ist am 9.11. um 17 Uhr auf dem Dannenberger Marktplatz.

Musikalische Begleitung: WendlandHippieOhrkestra

Antisemitismus und Rassismus jetzt stoppen. Heute Aktionstag.

In Solidarität mit den Betroffenen, in Wut über die menschenverachtenden Zustände, in Empörung über die Verharmlosung rechter Netzwerke durch “Einzeltäter”-Erzählungen, veröffentlichen wir heute, zwei Wochen nach dem tödlichen Anschlag in Halle, die Presseerklärung des Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus (siehe unten).

 

Heute ist Aktionstag gegen antisemitische Hasskommentare

Wir weisen gleichzeitig darauf hin, dass heute Aktionstag gegen antisemitische Hasskommentare ist und fordern gemeinsam mit der Kampagne „Misch dich ein – für ein #NetzohneHass“ alle Internetnutzer*innen in Deutschland dazu auf, ihr antisemitische Hasskommentare zu melden. Die #NetzohneHass-Community wird aktiv dagegen Stellung beziehen. Kein deutschsprachiger antisemitischer Hasspost soll an diesem Tag unkommentiert bleiben.

 

Das „Netzwerk Südheide gegen Rechtextremismus“ zu den Todesschüssen in Halle.

„Das, was gestern geschah, ist eine Tragödie für dieses Land, eine Tragödie zuerst für die Familien der Opfer, eine Tragödie, weil sich jetzt, spätestens doch jetzt diesem Land klar sein muss, dass es offenen Auges dorthin gerannt ist. Es hat alle Warnungen in den Wind geschlagen, alle Statistiken weggeredet. Das, was geschah in Halle, war nicht unvorstellbar in Deutschland, es war nur eine Frage der Zeit und gestern war diese Zeit“ (aus dem Blog „irgendwie jüdisch“ – Jom Kippur 2019 in Deutschland)

Mich erfüllt Trauer über die Toten des gestrigen Tages, und mich ergreift Zorn über die nicht enden wollende Dummheit, Feigheit und Brutalität der Angriffe auf die jüdische Gemeinschaft in unserem Land“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und er hat in gewisser Weise recht.

Und immer wieder und wieder der Versuch nach Worten zu suchen, für etwas, für das es eigentlich keine Worte geben darf.

Nicht nach 6 Millionen ermordeten Juden während der 12 Jahre dauernden Naziherrschaft, nicht nach Kriegsgräuel und Zerstörung, nicht nach dem Wissen um Rassismus und Antisemitismus.

Doch Dummheit, Feigheit und Brutalität sind nur die eine Seite des Täters, die pathologische, das Abstoßende, das nicht Nachvollziehbare. Die andere Seite ist mehr als nur eine „Einzeltäterschaft“. Es betrifft einen Teil unserer Bevölkerung.

Es ist der zynische Egoismus des „Satten“, der nichts abgeben will von seinem kleinen Wohlstand, es ist die Überheblichkeit des weißen Mannes, der mehr sein will, als die anderen: die Fremden, die Juden, die Moslems, Zigeuner und all das Pack, was uns auf der Tasche liegt.

Und es ist die armselige Kleingeistigkeit, das Engstirnige, die Servilität des Spießbürgers und  ein duckmäuserischer Ordnungsfanatismus, der von der Perversion eines „besseren Deutschen“  immer wieder propagiert wird.

Welch‘ ein Hass und Menschenverachtung muss hinter den Menschen stecken, die Derartiges schweigend bis zustimmend dulden und geduldet haben und mit ihren Tiraden, Parolen und Verschwörungstheorien helfen,  jene Hemmschwellen zu beseitigen, die den Boden für derartige Taten aufbereiten.

Welch narzistisches Vergnügen müssen jene „Autoritäten“ empfinden, die großmäulig hetzen und jede gesellschaftliche Gemeinsamkeiten aufkündigen, jede Solidarität, jede Mitmenschlichkeit..

Ob Pegida oder AfD, ob Idenditäre oder der dritte Weg, ob NPDler, Combat 18, Hammerskin, Hooligan oder Burschenschaftler. Jeder strickt mit seinen eigenen Mitteln und Methoden an der „großen Veränderung“, will den „Umbruch“ bekämpft alles was über den eigenen kleinen Tellerrand hinausragt.

Vor dieser „Banalität des Bösen“ versagte das Wort und scheiterte das Denken. (Hannah Arendt)

Und trotzdem müssen wir reagieren.

Möglichst zusammen, aber jeder nach seiner eigenen Befindlichkeit.

Denn:

DAS WOLLEN UND KÖNNEN  WIR SO NICHT MEHR HINNEHMEN

V.i.S.d.P:
Klaus Jordan

info@netzwerk-südheide.de

www.netzwerk-südheide.de

4.9.: Film “Schweigen ist keine Lösung!”

Ein Dokumentarfilm über Rassismus in Wendland, Soltau und Berlin

 

Mittwoch, 4. September 2019

20:30 Uhr

Kino „Alte Brennerei“ in Lüchow

 

Der Dokumentarfilm „Schweigen ist keine Lösung“ behandelt drei Aspekte von Flucht und Migration: Im ersten Teil berichten Menschen, die aus Afrika in den libyschen Staat ausgewandert waren von den Verletzungen und Folterungen, die sie in Libyen durch kriminelle Milizen und Menschenhändler erlitten hatten. In Teil zwei geht es um Integration in die deutsche Gesellschaft und die Schwierigkeiten von Geflüchteten hierbei. Der letzte Teil befasst sich mit Rassismus und rassistischen Einstellungen gegenüber Geflüchteten und Migranten.

 

Für den Film, der insgesamt 45 Minuten dauert, wurden im Wendland, in Soltau und in Berlin Interviews mit 25 Personen und 10 verschiedenen Nationalitäten durchgeführt. Mustafa Shatta und Malte Overhage haben ihn gedreht und geschnitten. Bei der KLP 2019 wurde er an verschiedenen Orten uraufgeführt, im Kino in Lüchow wird er erstmalig zu sehen sein.

 

Ziel des Films ist es, einen Beitrag zur Lösung der Rassismusprobleme in der Gesellschaft zu leisten. Diesen Wunsch teilen die Organisator*innen von „Zivilcourage jetzt!“. Denn das Zusammenleben in einer Gesellschaft, die auf aktiver Mitgestaltung, solidarischem Miteinander und Respekt beruht, braucht unseren Einsatz. „Zivilcourage jetzt!“ ermutigt dazu, gegen ungerechte Behandlung, Übergriffe und Diskriminierung aufzustehen. Wir freuen uns auf viele Zuschauer*innen und einen lebendigen Austausch.

 

Die Filmvorführung mit anschließender Diskussion findet am Mittwoch, 4. September 2019 um 20:30 Uhr im Kino „Alte Brennerei“ in Lüchow statt.

 

Seit Anfang April 2019 läuft das Projekt „Zivilcourage jetzt! Für Menschenfreundlichkeit und Respekt“. Es hat eingeladen zu einer Infoveranstaltung mit Andreas Kemper, zu Argumentationstrainings, zu Theater und Begegnungscafé. Die letzte inhaltliche Veranstaltung ist eine Filmvorführung im Kino „Alte Brennerei“ in Lüchow.

Organisiert und begleitet wird „Zivilcourage jetzt! Für Menschenfreundlichkeit und Respekt“ von der Kirchengemeinde St. Johannis in Lüchow und KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V..

Argumentationstraining gegen rechte Parolen, 10.09.2019

Das Bündnis gegen Rechts Wendland / Altmark, KURVE Wustrow und die GEW Lüchow-Dannenberg laden ein zum Workshop

Aufstehen gegen Rassismus – Effektiv auf rechte Parolen antworten!

Dienstag, 10. September 2019, 10-17:00 Uhr, Wustrow

Rechten Parolen und sogenannter gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit begegnen wir z.B. an der Bushaltestelle oder in der Schlange an der Ladenkasse – und in Schule und Kindergarten. Auch von Schüler*innen, Eltern oder Kolleg*innen kommen die zunehmend salonfähiger werdenden Sprüche.

Widerspruch erfordert häufig Schlagfertigkeit. In Übungen, Diskussionen und dem Erfahrungsaustausch erarbeiten wir uns mehr Sicherheit für couragiertes Handeln gegen Rassismus und andere menschenverachtende Sprüche. Gleichzeitig wollen wir Gelegenheiten, in denen Gespräche mit einander möglich scheinen, erkennen und nutzen.

Dieses Training nimmt auch die Besonderheiten in den Blick, welche die Hierarchien in Schule und Kindergarten mit sich bringen.

Unsere Workshops sind inspiriert vom Training des Netzwerks „Aufstehen gegen Rassismus“. Wir haben es um unsere eigenen Erfahrungen ergänzt und inhaltlich erweitert.

Dienstag, 10. September 2019

10:00 – 17:00 Uhr (inkl. Mittagessen)

 

Ort: KURVE Wustrow, Kirchstr. 14, 29462 Wustrow (Wendland)

Trainer*innen: Joel Campe und Katrin Karmann

Kostenbeitrag: Der Workshop wird von der GEW Lüchow-Dannenberg co-finanziert und ist für GEW-Mitglieder kostenfrei.

Nichtmitglieder zahlen einen ermäßigten Teilnahmebeitrag (für den Workshop inklusive vegetarischem Mittagessen) in Höhe von 20 Euro.

Wer einen höheren Teilnahmebeitrag zahlen möchte, kann dies gern tun!

 

Wir bitten um Anmeldung bis 02.09.2019 unter aufstehengegenrassismus@kurvewustrow.org

Rechtsextreme nutzen Freizeitanlage in Meudelfitz

Rechtsextreme nutzen Freizeitanlage in Meudelfitz

Guten Tag
Familie Bredow,
Herr Landrat Schulz,
EJZ Redaktion,

bereits vor ca. 2 Jahren wurde unser Bündnis gegen Rechts erstmalig davon in Kenntnis gesetzt, dass auf dem Gelände der Jugendfreizeitanlage Meudelfitz eine schwarz-weiß-rote Fahne wehen würde. Als wir uns das selber anschauten, war eine entsprechende Fahne nicht (mehr) zu sehen…

Im Mai wurden wir auf einen Filmbeitrag einer extrem rechten Gruppierung auf You Tube aufmerksam. Darin bewirbt eine Gruppe der „Identitären Bewegung“ ein sogenanntes Aktivistenwochenende in Norddeutschland, das im Frühjahr 2019 stattgefunden habe.

Zitat Anfang:
“Aktivistenwochenende 2019 – Identitäre Bewegung Niedersachsen – Identitäres Aktivistenwochenende in Norddeutschland.
Schon zum fünften Mal trafen sich Aktivisten aus ganz Deutschland im schönen Hamburger Umland, um drei Tage lang zusammen zu leben, zu lernen und auch zu feiern. In ländlicher Umgebung schafften wir den Ausstieg aus dem Alltag: Das Handy blieb aus, dafür wurde sich auf vieles Neue eingelassen. Denn welcher junge Deutsche kommt schon auf die Idee, direkt nach dem Aufstehen Laufen zu gehen? Und dann am Vormittag Vorträge und Workshops zu Themen wie “Provokation in der Politik” und “Rechte Metaphern in der Popkultur” zu besuchen? Und sich nachmittags beim Training so richtig durchschütteln zu lassen? Na, wir wollen die Welt verändern, und da fangen wir erstmal bei uns selbst an. Die gemeinsam zubereiteten Mahlzeiten schmeckten gut. Kühles Bier und gemeinsam am Lagerfeuer gesungene Lieder ließen uns Abends die Anstrengungen des Tages gleich in einem milderen Licht sehen. Hier auch ein besonderer Gruß an unsere Gäste aus Dänemark. Und dann sind da auch noch die gewonnenen neuen Einsichten und der Elan, den wir mit nach Hause in unsere Gruppen nehmen. Neue Gedankengänge kreisen in unseren Köpfen. Neue Aktionsideen brodeln uns im Bauch.”
Zitat Ende

Es ist deutlich zu erkennen, dass der Film auf dem Gelände der Jugendfreizeitanlage Meudelfitz in der Nähe von Hitzacker gedreht wurde. Der Film lässt darauf schließen, dass dieses „Aktivistenwochenende“ vor allem zur Vorbereitung gewalttätiger Auseinandersetzungen und für wehrsportähnliche  Betätigungen genutzt wurde. Angesichts des rassistischen Klimas in der hiesigen Gesellschaft stellt dieses Lager eine konkrete Gefahr für Menschen dar.

In dem Film sind auch die führenden Aktivisten dieser rassistischen Gruppierung aus Niedersachsen, David Ratajczak aus Uelzen und Jan Krüger aus Bardowick, zu erkennen.

Bei der “Identitären Bewegung” (IB) handelt es sich um eine aus Frankreich stammende Jugendbewegung, die in der Beschwörung der europäischen wie der nationalen Identität und in der
Frontstellung gegen Migration, Multikulturalismus und “Umvolkung” ihre grundlegenden Wertvorstellungen sieht. Dafür wirbt sie einerseits mit einschlägigen Bekundungen im Internet in Videoform, andererseits durch überraschende Provokationen in der Öffentlichkeit.

Aufgrund der formalen Distanzierung von Nationalsozialismus und Rassismus sind sie zunächst nicht als rechtsextremistisch erkennbar. Der genaue Blick macht indessen deutlich, dass die „Identitären“ sich mit der “Konservativen Revolution” auf antidemokratisches Gedankengut stützen und darüber hinaus personell und ideologisch eng mit dem extrem rechten politischen Spektrum verbunden sind.
Seit einigen Jahren wird diese Strömung von der politischen Fachwissenschaft und den Sicherheitsbehörden der Bundesrepublik als rechtsextrem eingestuft.

Wir fordern die Familie Bredow – als Pächter – auf, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und der „Identitären Bewegung“ und anderen extrem rechten Organisationen in Zukunft keinen Raum mehr zu bieten. Wir bitten die Familie darauf zu achten, an wen sie vermieten, bzw. wer sich auf dem von Ihnen gepachteten Gelände aufhält.

Den Landkreis Lüchow-Dannenberg fordern wir auf, sich seiner demokratischen Verantwortung zu stellen und darauf zu achten, wer die landkreiseigenen Liegenschaften nutzt. Der Landkreis soll in Zukunft sicherstellen, dass keine rechtsextremen oder anderweitig menschenverachtenden Gruppen die kreiseigenen Liegenschaften für ihre Zusammenkünfte und zu Propagandazwecken nutzen können.  Eine entsprechende Klausel in den Pachtverträgen, dass das Gelände nicht an rechte undemokratische Gruppen vermietet werden darf, wäre aus unserer Perspektive ein möglicher Schritt dahin.

Wir werden in Zukunft das „Treiben“ auf dem Gelände beobachten!
Mit freundlichen Grüßen
Bündnis gegen Rechts Wendland / Altmark

 

Antwort von Karin Bredow, Jugendfreizeitanlage Meudelfitz, am 20.6.2019:

Hallo liebe Beleggruppe,
danke für die Info, es wurde mir schon , auch von der Polizei, mitgeteilt.
Die Gruppe wird schon beobachtet.
Wir wußten leider nicht,wer da bei uns bucht.
Es hat eine Privatperson gebucht, die es als Familienfeier deklariert hat.
Natürlich werden wir an diese Leute nie wieder vermieten.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Bredow
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